Armut im Ruhrgebiet nimmt zu

Neue Studie der Bertelsmann Stiftung


Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht heute eine Studie zur Armut in Großstädten. Bei 13 Ruhrgebietsstädten über 100.000 Einwohner spitzt sich die Lage weiter negativ zu. Der Anteil der Sozialleistungsempfänger lag dort 2016 bei 14 Prozent, während er im gesamtdeutschen Durchschnitt und vergleichbaren Städten bei 10,1 Prozent lag.
Als Grund vermutet die Stiftung den noch nicht vollständig bewältigten Strukturwandel im Ruhrgebiet.

Ein Großteil der Bevölkerung in deutschen Großstädten hat nach Angaben der Bertelsmann Stiftung den Eindruck, dass die Armut vor Ort offensichtlich zunimmt.
Grundsätzlich sei das Armutsproblem in Städten größer, weil dort soziale Probleme gebündelt sind, folgert die Stiftung. Auch die im Vergleich höheren Mieten seien ein Grund dafür, dass dort mehr arme Menschen lebten.
In Gelsenkirchen war jeder vierte Einwohner auf Sozialleistungen angewiesen, in Dortmund und Essen war es jeder fünfte, weiß die Studie.

Der Deutsche Städtertag richtet sich mit einem Appell an Bund und Länder: „Armut zu bekämpfen ist gerade in einem wohlhabenden Land wie Deutschland ein Muss“, fordert der Städtetagspräsident und Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe.