Eine Parkbank ist kein Zuhause

Die ESB mietet 10 Zimmer für Wohnungsnotfälle an

Menschen ohne Wohnung sind unter den jetzigen Umständen der Corona-Krise besonders und dringend auf niederschwellige Hilfeangebote angewiesen. Hinzu kommt ihre finanziell prekäre Situation. Wohnungslose können in Zeiten von Corona nicht zuhause bleiben. Die Notunterkunft der hiesigen Obdachlosensiedlung verfügt für Wohnungsnotfälle nur über Mehrbettzimmer ohne Dusche, die nach unserer Auffassung nicht den unter Corona erforderlichen hygienischen Standards entsprechen. Aber gerade die Grundversorgung von Wohnungslosen mit Aufenthaltsmöglichkeiten während des Tages, geregelten Mahlzeiten, sauberer Kleidung, sanitären Anlagen, Handhygiene etc. muss abgesichert sein. 

Wir haben daher jetzt im Hotel Boyer Hof 10 Zimmer für Wohnungsnotfälle angemietet. Innerhalb von 2 Tagen konnten wir bereits sechs Personen ein Dach über dem Kopf bieten. Die vier weiteren Zimmer wurden wenig später ebenfalls vergeben.

Dies war uns nur durch die Unterstützung der „Vinci-Stiftung für gesellschaftliche Verantwortung“ möglich. Bereits 2014 hatte die Stiftung im Rahmen ihrer Maßnahme „Solidarische Stadt“ Bottrop ausgesucht und einige ortsansässige soziale Projekte großzügig gefördert. Die Vinci-Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, Projekte zur Eingliederung ausgegrenzter Menschen in das Erwerbsleben zu fördern. Bottrop wurde deswegen als zweite Stadt überhaupt ausgewählt, weil die hier ansässige Firma „Eurovia Deutschland“ zum Vinci-Konzern gehört.
Die Vinci-Stiftung hat jetzt eine gesonderte Förderung für Einrichtungen an der Front der Corona-Krise ins Leben gerufen. Dabei fand sie die Projekt-Idee der ESB unterstützungswürdig, wohnungslosen Menschen während der Pandemie ein provisorisches Zuhause zu schaffen.

Unsere zehn neuen Hotelgäste konnten ihr Glück kaum fassen. Zumindest für ein halbes Jahr ist ihr Schlafplatz gesichert. Und dieses im Einzelzimmer, in einem frisch bezogenen Bett und Waschgelegenheit. Ein Ende hat das Totschlagen der Zeit auf der Straße, denn selbstverständlich stehen ihnen die komplett ausgestatteten Zimmer durchgängig zur Verfügung. Der Fernseher sorgt zwischendurch für die notwendige Ablenkung. Durch den Service des Hotels sind die hygienischen Erfordernisse sichergestellt, um Corona so weit wie möglich trotzen zu können.

Ein „richtiges“ Zuhause in den eigenen vier Wänden wäre natürlich noch besser. Vielleicht ist ja der eine oder andere Vermieter bereit, diesen Hotelbewohnern ein Wohnungsangebot zu unterbreiten. Die Unterstützung der ESB ist zugesichert und selbstverständlich! Und schon wäre ein Zimmer frei für einen anderen wohnungslosen Menschen…

 

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