Evangelische Sozialberatung Bottrop (ESB)

Hilfe für Menschen in Wohnungsnot

Die ESB ist eine Anlaufstelle für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen und bietet seit 1986 soziale Beratung und persönliche Hilfe in sozialen Schwierigkeiten. » mehr über die ESB link-interner-rot

 

Dienstag, den 02. April 2019 um 20:48 Uhr

Armut im Ruhrgebiet nimmt zu

Neue Studie der Bertelsmann Stiftung


Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht heute eine Studie zur Armut in Großstädten. Bei 13 Ruhrgebietsstädten über 100.000 Einwohner spitzt sich die Lage weiter negativ zu. Der Anteil der Sozialleistungsempfänger lag dort 2016 bei 14 Prozent, während er im gesamtdeutschen Durchschnitt und vergleichbaren Städten bei 10,1 Prozent lag.
Als Grund vermutet die Stiftung den noch nicht vollständig bewältigten Strukturwandel im Ruhrgebiet.

Ein Großteil der Bevölkerung in deutschen Großstädten hat nach Angaben der Bertelsmann Stiftung den Eindruck, dass die Armut vor Ort offensichtlich zunimmt.
Grundsätzlich sei das Armutsproblem in Städten größer, weil dort soziale Probleme gebündelt sind, folgert die Stiftung. Auch die im Vergleich höheren Mieten seien ein Grund dafür, dass dort mehr arme Menschen lebten.
In Gelsenkirchen war jeder vierte Einwohner auf Sozialleistungen angewiesen, in Dortmund und Essen war es jeder fünfte, weiß die Studie.

Der Deutsche Städtertag richtet sich mit einem Appell an Bund und Länder: „Armut zu bekämpfen ist gerade in einem wohlhabenden Land wie Deutschland ein Muss“, fordert der Städtetagspräsident und Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe.

   

Donnerstag, den 14. März 2019 um 23:27 Uhr

KOLÜSCH beendet seine 26. Saison

Am 15.03.2019 schließt KOLÜSCH wieder seine Türen

Heute kann man im Barbaraheim auch in traurige Gesichter blicken: KOLÜSCH schließt morgen wieder seine Türen. Schade, dass die dreimonatige Saison schon vorbei ist, ist die einhellige Meinung der Besucher des etwas anderen Restaurants

„Ich bin chronisch krank und muss vieles selber zahlen, weil die Krankenkasse es nicht übernimmt. Da hat es mir sehr geholfen, dass ich hier essen konnte“, meint eine Besucherin.
„Es ist ja auch viel schöner, gemeinsam zu essen“, fügt ihr Gegenüber hinzu. „Sonst bin ich zuhause viel alleine.“

Bei durchschnittlich 90 Essen am Tag hat das KOLÜSCH-Team wieder ganze Arbeit geleistet: Unzählige Servietten wurden gefaltet, die Tische immer liebevoll eingedeckt, anschließend alles wieder abgeräumt. Wieviel Geschirr und Besteck letztendlich gespült wurde, kann keiner sagen. „Wir freuen uns, dass wir mit KOLÜSCH, unserem Bottroper Restaurant der Herzen nicht nur eine warme Mahlzeit serviert, sondern Menschen auch zusammengebracht haben“, meint Felix Brill von der ESB.

KOLÜSCH verabschiedet sich jetzt zwar für die 26. Saison, blickt aber zurück auf eine erfolgreiche Zeit. Besonders in Erinnerung bleiben wird der Besuch bei Passmanns in einem richtigen Restaurant. Bei den Gedanken an die dort servierte Lasagne läuft vielen noch das Wasser im Mund zusammen.

Aber auch Weiberfastnacht war ein Höhepunkt in der diesjährigen Saison. Weil es allen im letzten Jahr, dem 25. Geburtstag von KOLÜSCH, so gut gefallen hat, erschien das KOLÜSCH- und ESB-Team in lustigen Kostümen. Für die Besucher lagen bunte Hütchen und Luftschlangen bereit. Matthias Uphoff, Kantor und Kirchenmusiker der Evangelischen Kirchengemeinde schlug karnevalistische Töne auf dem Klavier an. Begleitet wurde er auf der Geige von Amir, der als syrischer Flüchtling in Bottrop eine neue Heimat gefunden hat. Nach dem Nachtisch wurde im Barbaraheim nicht nur geschunkelt, sondern sogar das Tanzbein geschwungen.

Die Paketaktion von AmBOTioniert bedarf natürlich auch der besonderen Erwähnung. 124 Pakete waren von Bottroper Bürgern gestiftet, festlich verpackt und vor Weihnachten an die Gäste von KOLÜSCH verteilt worden. Eine schöne Überraschung, die große Freude bereitet hat.
Und der dicke Spendenscheck von dem engagierten Verein half, einen Teil der Kosten von KOLÜSCH zu tragen. Ohne die Unterstützung der Bottroper Bevölkerung wäre KOLÜSCH sowieso gar nicht denkbar. „Darum möchten wir uns gerne bei allen Spendern im Namen unserer Gäste bedanken! Auch wenn wir jetzt die Türen schließen müssen, Mitte Dezember werden wir die nächste Saison eröffnen,“ verspricht Claudia Kretschmer.

Und trotzdem bleiben einige Gesichter der Gäste traurig: „Wir hatten für 3 Monate nicht nur gutes Essen, sondern auch eine gute Zeit!“

 WAZ-Artikel "Die Suppenküche Kolüsch beendet ihre Saison" vom 15.03.2019

Lokal-Kompass-Artikel "Gutes Essen und eine gute Zeit" vom 19.03.2019

   

Freitag, den 15. Februar 2019 um 16:32 Uhr

Unterstand am Berliner Platz kommt im April

Kontroverse Diskussionen im Sozialausschuss und in den sozialen Foren

Berliner-Platz

Diese Diskussion über die sogenannte „Szene“, die den Berliner Platz als Treffpunkt nutzt, findet teilweise sehr diskriminierend, abwertend und menschenfeindlich statt. Dies ist unser Beitrag gegen soziale Ausgrenzung von Menschen in schwierigen Lebensverhältnissen:

Zu der Idee der Stadtverwaltung, bei der Neu­gestaltung des Berliner Platzes die sogenannte „Trinker- und Drogenszene“ nicht zu verdrängen, sondern ihnen einen geschützten Platz zuzu­weisen, gehört viel Mut. Aber auch Sachverstand und die Erkenntnis, sie als Bürger dieser Stadt mit all ihren Schwierigkeiten und Problemen zu verstehen und zu akzeptieren.

In Gesprächen mit den Einzelnen zeigt sich, welche große Bedeutung das tägliche Zu­sammen­treffen mit anderen Leidensgefährten hat. Oft sind das die einzigen Kontakte, da sie in ihrem häuslichen Umfeld eher gemieden werden und wenig familiäre Bindungen haben. Ihr Anderssein ist ihnen bewusst und auch, dass sie als Gruppe andere erschrecken könnten. Nur: Gewollt ist es nicht!

Menschen, die Alkohol und andere Drogenersatzstoffe (Methadon) regelmäßig zu sich nehmen, sind schwer krank. Natürlich wünschen sich alle –am meisten die Betroffenen selbst-, dass sie ohne Suchtmittel leben können. Aber nur wenige schaffen es, dauerhaft auf Alkohol und Drogen zu verzichten.

Das soziale Leben ist geprägt von Einsamkeit und Isolation. Der Berliner Platz ist für diesen Personenkreis quasi das Wohnzimmer, wo man sich mit Gleichgesinnten treffen kann. Allerdings auch für jedermann sichtbar. Nimmt man Kontakt zu ihnen auf, erfährt man in der Regel Freundlichkeit und wenn man will, manchmal auch interessante oder auch traurige Lebensgeschichten.

Der Berliner Platz soll nach seiner Umgestaltung ein Ort der Begegnung werden.

Auch die „Szene“ hat ein Recht auf einen selbstgewählten Platz im öffentlichen Raum wie alle Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt. Wer Menschen am Rande der Gesellschaft ihren Platz verwehrt und sie nur als Störenfriede deklariert, schürt Ängste und den Hass auf öffentlich sichtbare Arme. Und übernimmt keine soziale Verantwortung für die Randgruppen unserer Gesellschaft, die unserer Unterstützung und Hilfe bedürfen.

Die Stadt gehört allen! Den Armen und den Reichen!


 WAZ-Artikel "Unterstand für die Szene wird am Berliner Platz gebaut" vom 14.02.2019

   

Montag, den 21. Januar 2019 um 12:47 Uhr

Obdachlose vor Kälte schützen

Die ESB bittet um Aufmerksamkeit

Obdachlos

Ob­dach­lose sind bei den augen­blick­lichen Tempera­turen besonders ge­fähr­det. Bei den akuten Minusgraden ist es besonders wichtig, dass Wohnungslose nicht aus Einkaufs­passagen sowie Bahn­höfen vertrieben werden. Die ESB leistet Hilfe bei der Vermittlung in Not­unter­künfte und verteilt warme Kleidung und Schlafsäcke. Bei Kolüsch im Barbaraheim am Unterberg 12 können sich Wohnungs­lose montags bis freitags von 12:30 Uhr bis 14:00 Uhr aufwärmen und eine warme Mahlzeit zu sich nehmen.

Wenn jemand Obdachlose in Haus­ein­gängen oder anderswo sieht, die hilflos oder in einer Notsituation sind, sprechen Sie sie erst an und prüfen Sie, ob sie bei klarem Bewusstsein sind. Bei akuter Gesundheitsgefährdung alarmieren Sie den Rettungs­dienst (112) oder die Polizei (110). Im Sozialamt ist Christian Haar­mann (02041 / 703867) zuständig für die Unterbringung in der kommunalen Notunterkunft.

   

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