Unterstand am Berliner Platz kommt im April

Kontroverse Diskussionen im Sozialausschuss und in den sozialen Foren

Berliner-Platz

Diese Diskussion über die sogenannte „Szene“, die den Berliner Platz als Treffpunkt nutzt, findet teilweise sehr diskriminierend, abwertend und menschenfeindlich statt. Dies ist unser Beitrag gegen soziale Ausgrenzung von Menschen in schwierigen Lebensverhältnissen:

Zu der Idee der Stadtverwaltung, bei der Neu­gestaltung des Berliner Platzes die sogenannte „Trinker- und Drogenszene“ nicht zu verdrängen, sondern ihnen einen geschützten Platz zuzu­weisen, gehört viel Mut. Aber auch Sachverstand und die Erkenntnis, sie als Bürger dieser Stadt mit all ihren Schwierigkeiten und Problemen zu verstehen und zu akzeptieren.

In Gesprächen mit den Einzelnen zeigt sich, welche große Bedeutung das tägliche Zu­sammen­treffen mit anderen Leidensgefährten hat. Oft sind das die einzigen Kontakte, da sie in ihrem häuslichen Umfeld eher gemieden werden und wenig familiäre Bindungen haben. Ihr Anderssein ist ihnen bewusst und auch, dass sie als Gruppe andere erschrecken könnten. Nur: Gewollt ist es nicht!

Menschen, die Alkohol und andere Drogenersatzstoffe (Methadon) regelmäßig zu sich nehmen, sind schwer krank. Natürlich wünschen sich alle –am meisten die Betroffenen selbst-, dass sie ohne Suchtmittel leben können. Aber nur wenige schaffen es, dauerhaft auf Alkohol und Drogen zu verzichten.

Das soziale Leben ist geprägt von Einsamkeit und Isolation. Der Berliner Platz ist für diesen Personenkreis quasi das Wohnzimmer, wo man sich mit Gleichgesinnten treffen kann. Allerdings auch für jedermann sichtbar. Nimmt man Kontakt zu ihnen auf, erfährt man in der Regel Freundlichkeit und wenn man will, manchmal auch interessante oder auch traurige Lebensgeschichten.

Der Berliner Platz soll nach seiner Umgestaltung ein Ort der Begegnung werden.

Auch die „Szene“ hat ein Recht auf einen selbstgewählten Platz im öffentlichen Raum wie alle Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt. Wer Menschen am Rande der Gesellschaft ihren Platz verwehrt und sie nur als Störenfriede deklariert, schürt Ängste und den Hass auf öffentlich sichtbare Arme. Und übernimmt keine soziale Verantwortung für die Randgruppen unserer Gesellschaft, die unserer Unterstützung und Hilfe bedürfen.

Die Stadt gehört allen! Den Armen und den Reichen!


 WAZ-Artikel "Unterstand für die Szene wird am Berliner Platz gebaut" vom 14.02.2019